Liebe Gemeinde,
wann waren Sie das letzte Mal im Gottesdienst? Bitte überlegen Sie kurz!
Vielleicht gehen einigen Lesern jetzt Gedanken zur Form, Zeit und Häufigkeit der Gottesdienste durch den Kopf. Und vielleicht denken Sie auch: Wenn nur wenige Menschen kommen, dann werde ich angesehen. Oder: Ich werde nicht angesprochen, ich gehöre nicht dazu.
Im Gleichnis vom großen Gastmahl (Lukas 14, 15-24) lädt sich ein Mensch
viele „geladene Gäste“ ein. Leider haben alle auf die Einladung hin eine
andere Ausrede. Der erste hat ein neues Grundstück, der zweite quasi ein neues Auto und der dritte hat eine neue Partnerin. Da wird der Hausherr
wütend. Er nutzt sein Fest um die „Leute von der Straße“ zu holen. Hier
werden Arme, Verkrüppelte, Blinde und Lahme genannt. Heute würde man sagen: Menschen am sozialen Rand unserer Gesellschaft. Erstaunlich ist, dass noch immer Platz im Haus bleibt! Also werden auch noch Menschen von den Landstraßen eingeladen, also Fremde. Das gemeinsame Fest unserer Kirchgemeinde mit dem Seehaus e.V. in
Kahnsdorf war ein solches Fest mit vielen Beteiligten. Es ist mir eine Freude ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein!

Lassen Sie sich (wieder) einladen! Feiern Sie im Stillen in der Mitte der
Gemeinschaft oder werden Sie selbst Gastgeberin und Gastgeber!
„Viele Gemeindeglieder, aber auch nicht wenige Ordinierte übersehen oft, dass der Gottesdienst nicht vom Pfarrer oder der Pfarrerin „gehalten“, sondern von der ganzen Gemeinde gefeiert wird. Sie sollten verstehen lernen, dass die „Predigt des Evangeliums“ nicht nur mit der konkreten Predigt im Gottesdienst identifiziert werden darf…“ [www.ekd.de]

Eine alternative Form des gemeindlichen Lebens wollen wir am
08.09.2018 um 15:30 Uhr erstmalig in Neukieritzsch ausprobieren. Mit einem „Gottesdienst auf der Gartenbank“ wollen wir uns einen Gast in die Kirche einladen und ihn über Gott und die Welt befragen. Gebet und Segen sollen nicht fehlen. Laden auch Sie Mitmenschen ein!
Aber wen? – Ihren Nächsten! Im Lukasevangelium steht: „Er sprach
aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder
Abendmahl machst, so lade weder deine Freunde noch deine Brüder noch
deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein, damit sie dich nicht etwa
wieder einladen und dir vergolten wird. Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein, dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.“

Zum Mitmachen und Gestalten müssen Sie nicht Kirchenvorstand werden.
Gottesdienst gestalten können Sie zum Beispiel mit der Arbeitsgruppe
Gemeindeaufbau, in einer Vorberei tungsgruppe, mit einer Kuchenspende
oder wenn Sie für das Gelingen des Vorhabens beten. Nützlich und schön
sind die unsichtbaren Helfer, welche die Gemeindeküche wieder in Ordnung bringen, Pflanzen gießen oder andere Gemeindeglieder bei Krankheit besuchen. Dafür gibt es in der Regel keinen Dank aus der Kirchenleitung. Gott wird es Ihnen vergelten.

Es grüßt Sie, auch im Namen des Kirchenvorstands,
Ihr Tino Tilschner
Arbeitsgruppe Gemeindeleben