Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser!

Wie geht es Ihnen? Manche antworten ausweichend. „Na, so lala.“ Ich stelle mir dazu eine Waage vor. Dahinein lege ich all das Erfreuliche in meinem Leben. Die andere Schale fülle ich mit dem Belastenden. So versuche ich, abzuwägen, wie es mir zurzeit tatsächlich geht.

So macht es auch der Apostel Paulus, wenn er schreibt: „Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ Als belastend erscheint für ihn: Dass er wegen seines Glaubens an den auferstandenen Jesus Christus Ärger an den Hals bekommt. Aber er meint dazu: Das fällt nicht ins Gewicht! Denn in der anderen Waagschale befinde sich das ewige Leben bei Gott. Solch eine Herrlichkeit werde ihm, davon ist Paulus überzeugt, eines Tages geschenkt, weil er schon heute mit dem Auferstandenen verbunden lebe. Deshalb erfülle ihn eine große Vorfreude. Und etliches Belastendes erscheine dadurch in einem anderen Licht.

Wie geht es uns dabei? Teilen wir auch jene Überzeugung des Apostels, welche die  Gewichte neu verteilt? Lassen wir uns von Belastendem in unserem Leben immer mehr herunterziehen oder erkennen wir schon jetzt die tatsächlichen, durch den Glauben an Jesus Christus neu geordneten Gewichtsverhältnisse?

Der Schriftsteller Heinrich Böll hat in einem seiner Texte das Leben mit einem Schmetterling verglichen, welcher sich aus einer Raupe entpuppt. „Wenn die Raupen wüssten“ schreibt er, „was einmal aus ihnen wird, wenn sie erst Schmetterlinge sind, sie würden ganz anders leben: froher, zuversichtlicher, hoffnungsvoller. Und er ergänzt: „Der Schmetterling erinnert uns daran, dass wir auf dieser Welt nicht ganz zu Hause sind.“

Ihr / Euer Thomas Mallschützke