Liebe Gemeinde,
wir nähern uns der dunkelsten Zeit im Jahr. Viele gehen jetzt morgens im Dunkeln aus dem Haus und kehren erst nach der Dämmerung zurück. Manch einer ängstigt sich in der Dunkelheit, ein anderer wird trauriger und wieder andere werden müder…
Aber wenn im Advent die Kerzen angezündet werden, scheint ein ganz besonders, schönes Licht in dieser Zeit. Ein Licht, das unsere Herzen öffnet und uns die Zeit der Besinnung verkündet. Adventszeit – eine Zeit der inneren Vorbereitung, aber sie gehört gleichzeitig zu den
geschäftigsten Zeiten im Jahr mit all den Vorbereitungen. Umso wichtiger ist es, sich Zeit zu
nehmen. Zeit um innezuhalten, Zeit um in sich hineinzuhören und Zeit um die Kerzen anzuzünden.

Bis zum Weihnachtsfest brennen insgesamt vier Kerzen auf unserem Adventskranz. Vier
Kerzen, die uns das Warten verkürzen und auch ein bisschen zum Innehalten einladen.
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was uns diese vier Kerzen wohl alles erzählen könnten, nach vielen hundert Jahren, seit dem es diesen Brauch schon gibt?

Auch unser diesjähriges Krippenspiel stellt die Kerzen in den Mittelpunkt und sie erzählen von sich:

Kerze 1:
Ich bin das Licht des Glaubens,

mein heller Schein soll in euren Herzen
anfangen zu brennen.

Kerze 2:
Ich bin das Licht der Liebe und

auch in euren Herzen soll es brennen.

Kerze 3:
Ich bin das Licht des Friedens auf

der ganzen Welt und für alle Menschen.

Kerze 4:
Ich bin das Licht der Hoffnung,

fürchtet euch nicht.

Mit einem kleinen Licht in der Dunkelheit fürchtet man sich weniger und wir haben mit jeder Kerze die Chance, diese Zeit ganz bewusst zu durchleben. Im Evangelium des Lukas lesen wir: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Lk 2, 10-11)

Das ist die weihnachtliche Verkündigung, die schon seit vielen Jahrhunderten die Menschen mit dem Bild des neugeborenen Jesus im Stall in Bethlehem verbinden. Jesus ist das Licht, das in unsere Welt gekommen ist und uns zeigt, dass sich Gott selbst den Menschen geschenkt hat. Darin liegt ein Zuspruch auch an uns und unser zwiespältiges Verhältnis zu unserer Zeit.

Dass Sie für sich Licht, Gemeinschaft und Geborgenheit entdecken können, in dieser
Advents- und Weihnachtszeit, das wünsche ich Ihnen auch im Namen des Kirchenvorstandes

Ihre Susan Graichen